Ausstellung

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Bestand und Denkmäler neu denken:
Ein großes Potenzial für Klimaschutz liegt in der
ganzheitlichen Betrachtung von Gebäuden.

#RessourceKulturerbe

Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind in der öffentlichen Wahrnehmung allgegenwärtig. Denkmalpflege positioniert sich in diesem Kontext neu und bringt sich in die vielschichtigen gesellschaftlichen wie auch fachlichen Diskussionen ein. Es geht um einen notwendigen Perspektivwechsel zur Vereinbarkeit von Denkmalpflege und Klimaschutz. 

Wir wollen auf die Transferpotenziale der Denkmalpflege für eine klimagerechte Bauerhaltung und Umbaukultur hinweisen – Denkmalpflege steht seit jeher für langfristige Werterhaltung und Dauerhaftigkeit, lange Nutzungsdauer und ganzheitliche Bewertungsansätze.

Das Projekt »Ressource Kulturerbe« hat zum Ziel, Potenziale von Denkmalpflege und Bauwerkserhaltung vor dem Hintergrund des Klimawandels und der daraus resultierenden Anforderungen an das Bauwesen sichtbar zu machen. Bestandsgebäude und Denkmäler haben nicht nur eine kulturelle, ideelle und damit gesellschaftliche Dimension als Orte historischer Identität, sondern sind auch ökonomische und ökologische Ressourcen. Diese Bedeutung sollte in Zukunft größeres Gewicht bekommen, da der Ressourcenverbrauch durch Neubau nachhaltig vermindert werden muss. Insbesondere Baudenkmale sind Vorbild für nachhaltiges Bauen – vor allem im Sinne von Dauerhaftigkeit, Robustheit und Ästhetik.

Für »Ressource Kulturerbe« führen das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und das Institut für Bauklimatik und Energie der Architektur an der Technischen Universität Braunschweig ihre Erfahrungen in der Denkmalpflege und in der CO2-Einsparung zusammen. Die Wanderausstellung, die Internet-Plattform und viele weitere Angebote laden zum Dialog ein, um Denkmalschutz und Klimaschutz gemeinsam voranzubringen.

Systemgrenzen größer denken

Bei der Bilanzierung des CO2-Verbrauchs ist der Blick heute in der Regel auf das einzelne Gebäude gerichtet. Dadurch sind Potenziale ausgeblendet, die in der Umgebung, im Quartier stecken: Eine sparsame und wirtschaftliche Energieversorgung ist im Quartier leichter zu erreichen als für den Einzelbau. Dafür muss die »Systemgrenze« der Versorgung über die einzelne Gebäudehülle hinaus erweitert werden. Größer denken heißt hier, Lösungen für größere Einheiten – wie Quartiere – zu entwickeln, um den Klimaschutz voranzubringen.

Resilienz durch Robustheit

Aus der Denkmalpflege können tradiertes Bauwissen sowie die notwendigen Methoden und Techniken für einen differenzierten Umgang mit dem Bestand und zukünftig ressourcenschonendes Bauen übertragen werden. Hierzu gehört unter anderem das Wissen über dauerhafte reparaturfreundliche Baumaterialien sowie Wissen über Robustheit durch reduzierten Technikeinsatz. Mit Effizienz nur im Sinne von Hightech-Lösungen allein lässt sich die Klimakrise nicht lösen. Solchermaßen tradiertes Wissen wird gegenwärtig vor allem in der Denkmalpflege genutzt. Denkmale dienen als Paradebeispiel für Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit – für Resilienz: Sie bieten robuste Strukturen, die zu einer hohen Flexibilität in der Nutzung und zu Dauerhaftigkeit beitragen. Hier können wir vom Kulturerbe lernen und dieses Wissen in zukünftige Planungs- und Umbauprozesse implementieren.

Klug Bilanzieren statt stumpf Rechnen

Wesentliche Potenziale des klimaneutralen Bauens liegen in der En- ergieversorgung und den »Grauen Energien«, welche in den Konstruktionen und Materialien enthalten sind. Um Bestandsbauten und Denkmale hinsichtlich ihrer energetischen Nachhaltigkeit zu bewerten, sollte der laufende Energieverbrauch und die Energie, die zum Errichten eines Bauwerks verbraucht wurde, berücksichtigt werden. Klug Bilanzieren bedeutet, nach individuellen materiellen und konstruktiven Lösungen zu suchen, die sich bewährt und dauerhaft Stand gehalten haben gegenüber Klimaeinflüssen, Nutzungsänderungen und neue Anforderungen. Dafür müssen allerdings Normen und Vorschriften hinterfragt und ganzheitliche Bilanzierungsansätze entwickelt werden, die auch den kulturellen Wert eines Objekts berücksichtigen.

Kulturerbe als Klimaressource

Die meisten Denkmäler 100+ haben durch Langlebigkeit, Nachnutzbarkeit, Reparierbarkeit und Dauerhaftigkeit von Material und Konstruktion bereits enorme Mengen an CO2-Emissionen eingespart und sparen diese auch in Zukunft ein. Neben diesem Klimakapital kann die positive Klimaleistung von Denkmälern mit minimalinvasiven Maßnahmen weiter gesteigert werden: Beispielsweise ist die Dämmung von Geschoss- und Kellerdecken bauphysikalisch effizienter im Vergleich zu Außenwanddämmungen. Gleichzeitig beeinträchtigt sie weder das Erscheinungsbild noch die Substanz und Robustheit von Denkmälern. »Grüne« Versorgungsstrukturen werden zukünftig erhebliche Einsparpotenziale darstellen und stehen einem Erhalt des Kulturerbes nicht entgegen. Durch ihre dauerhaften, CO2 einsparenden Konstruktionen können Denkmale Vorbild für das Bauen der Zukunft sein.

Zurück zum Ort: Tradition als Potenzial

Regionale Stoffkreisläufe vermeiden CO2-Emissionen und sparen Ressourcen. Sie schaffen aber auch eine für den Ort spezifische und originäre Identität. Die spürbare Einheitlichkeit historischer Orte zeugt davon: Lokales Baumaterial und lokale Bauweisen, welche die Menschen vor Ort optimal entwickelt und eingesetzt haben, prägt ganz selbstverständlich das Stadt- bzw. Ortsbild. Eine entsprechende Baukultur stiftet regionale Identität – Fachwerk, Backstein, Reet oder Schiefer sind nicht nur lokale Materialien und Konstruktionsweisen, sondern auch Teil regionaler Kultur. An ihnen kann ein oft verlorenes handwerkliches Wissen entdeckt und für die Zukunft wiedergewonnen werden – und dabei geht es nicht nur um Sanierung und Restaurierung, sondern auch um vorausschauendes Planen und Bauen!

#RessourceKulturerbe
— Kommen Sie mit uns ins Gespräch!

Wir wollen mit Ihnen über Denkmalpflege, Nachhaltigkeit und Klimaschutz diskutieren.
Ziel ist ein Austausch über die Relevanz des Kulturerbes für eine exzellente Kultur-, Bau- und Klimapolitik in Niedersachsen.

Schaffen Sie mit uns Netzwerke für die Zukunft des Bauens im Bestand.

Diskutieren Sie mit per Instagram und Twitter über #RessourceKulturerbe
Sie erreichen uns auch per Email: presse@nld.niedersachsen.de

Ein Projekt des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege und des Instituts für Bauklimatik und Energie der Architektur der Technischen Universität Braunschweig

Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung und unterstützt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit dem Projekt Import/Export: Denkmalpflege und Nachhaltigkeit in der Weiterbildung

Exhibition

Rethinking cultural heritage & climate
protection: a journey of ideas that make historical
buildings the new sustainable resource

#RessourceKulturerbe
#ResourceCulturalHeritage

Between unprecedented climate conditions and natural disasters, climate change has become a priority for the public, because it has affected every aspect of their life. According to social and scientific discourse, a part of their life is their past and their heritage, therefore, this too should be preserved. And the good news is, cultural heritage and climate protection can go hand-in-hand, simply, by rethinking cultural heritage protection. One way of doing it, is sustainable building and re-building.

Resource Cultural Heritage aims to highlight different methods of protecting and preserving historical buildings through sustainable architectural engineering. By applying new age techniques, these treasured structures will not only carry cultural and social value, that are elementary to their historic identity, but also, have the potential to become vital economic and ecological resources in the future.

Climate change and our historic identity is just that, ours. So, for this project, the State Service for Cultural Heritage Lower Saxony and the Institute for Building Climatology and Energy of Architecture at the TU Braunschweig, have reached out to everyone via travel exhibitions and digital platforms, to both create and curate ideas for maintaining cultural heritage and reducing CO2 emission.

Carbon footprint on a grand scale

When it comes to mainstream building practices, calculating the carbon footprint is largely focused on singular buildings. By focusing on just one building, we are eliminating the hazardous environmental factors that come from right outside the window. Hence, creating higher costs and more resources needed to mitigate the damage. By simply in- creasing the remit and calculating the carbon footprint of the whole neighborhood, larger solutions can be found that will save both costs & resources, as well as protect the climate.

Resilience through sturdiness

Knowledge passed on through tradition, methods and techniques from the protection of cultural heritage can allow for a more nuanced approach to existing buildings and building more sustainably in the future. Such knowledge is already being used when preserving cultural heritage. Historic buildings show durability, repairability – resilience. They show robust structures that are versatile and can be used flexibly for a long time. We can all learn from this for future processes of planning and re-building. In this regard, efficiency, meaning purely high-tech solutions, cannot single-handedly solve the problems posed by the climate crisis.

Smart calculations need a holistic approach

It’s not about a single type of material or a single production technique, it’s about the much bigger picture. And when you look at it from 10,000 feet, it is definitely possible to have a building with a net zero carbon footprint, even with all the Grey Energy, and building energy supply. And this is possible by simply approaching construction more holistically, from the extraction of raw materials to the heating system in a single apartment, if it is all accounted for, then the total sum can be zero. With the help of historical and cultural construction knowledge, individual materials and constructive solutions that have literally stood the test of time, are usually best practices. With this in mind, existing norms and regulations need to be re-evaluated and new approaches can be found.

Cultural heritage as a climate resource

Most historic buildings 100+ have already saved and continue to save enormous amounts of carbon emissions in their longevity, repairability and the durability of their materials and construction. What is more, their potential can easily be maximised through small interventions. Insulating ceilings ist more efficient than perimeter insulation of the outside of walls. An added bonus is that this neither impedes the looks of the building nor its substance or sturdiness. »Green« supply with renewable energy will present further considerable opportunities for savings and do not contradict the preservation effort. Rather, in their long-term, carbon-saving construction, historic buildings can even be role models for building in the future.

Tradition is the new inspiration

Regional natural cycles avoid carbon emissions and save resources. Yet, they also create a place-specific and original sense of identity. The noticeable harmony of historic places attests to this: Local builders have developed and perfected the use of local materials and methods, which naturally and organically shape the environment of cities and villages. Respective building cultures establish regional identity – Tudor style, red brick, thatching or slate are not just local materials or techniques, but part of regional culture. They allow for the rediscovery of crafts and knowledge long though lost and to make them accessible again for the future. This transcends simple restoration and renovation, but rather leads to visionary planning and building!

#RessourceKulturerbe
#ResourceCulturalHeritage
— Join the conservation!

Our goal is to build a network of ideas that protect Lower Saxony’s culture and climate, so that we can all have a healthy and prosperous future.

Got an idea on how to mitigate climate change and preserve our cultural heritage?

Use #RessourceKulturerbe and #ResourceCulturalHeritage to discuss via Instagram and Twitter.
You can also send us an email: presse@nld.niedersachsen.de

A project from the Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege and the Technische Universität Braunschweig

Funded by the Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung and supported by the Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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